Insolvenz

Verbraucherinsolvenz und Regelinsolvenz – Ablauf & Tipps

Die Bezeichnung „Insolvenz“ dürfte vielen Menschen ein Begriff sein. Es ist tragisch, wenn Menschen Insolvenz anmelden müssen, und oft steckt eine gesamte Existenz hinter dem Verfahren, welches nun auf dem Spiel steht. Doch in vielen Fällen stellt die Insolvenz die einzige Möglichkeit dar, weitere negative Auswirkungen zu verhindern und somit gerade noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Wie es bei so vielen Verfahren der Fall ist, begnügt sich die Insolvenz nicht mit nur einem Verfahren, sondern es gibt einen Unterschied zwischen dem sogenannten Regelinsolvenzverfahren und dem Insolvenzverfahren für Verbraucher.

Der Begriff der Insolvenz und seine Auslegungen

Bevor nun auf die beiden unterschiedlichen Verfahren eingegangen wird, ist es wichtig, die Frage zu klären „Was ist Insolvenz?“ Denn, wie schon gesagt, haben viele Menschen den Begriff schon einmal gehört, wissen aber nicht ganz genau, was sich hinter diesem genau versteckt. Unter der Insolvenz versteht man die Tatsache, dass Menschen vollkommen überschuldet sind und keinen Weg mehr sehen, den Schulden zu entkommen und den Schuldenberg zu verkleinern. Im Gegenteil – oft wächst er sogar an und treibt die Betroffenen somit immer mehr in den Wahnsinn. Das Insolvenzverfahren stellt in diesem Fall die Lösung für die Betroffenen dar. Und, wie schon angedeutet, kann dieses Verfahren auf zwei unterschiedliche Art und Weisen erfolgen.

Die beiden Arten des Insolvenzverfahrens

Wer vor dem Insolvenzverfahren steht, stellt sich, nachdem er sich intensiver mit der Materie beschäftigt hat, vor der Frage, welches der beiden Verfahren nun das Richtige ist. Kurz und knapp gesagt, besteht der Unterschied zwischen den beiden erwähnten Verfahren darin, dass das Regelinsolvenzverfahren auf Unternehmen und Selbstständige ausgerichtet ist, so wie es aktuell bei der BEV Insolvenz der Fall ist, während sich das Verbraucherinsolvenzverfahren mit nicht-selbstständigen Personen befasst. Das Ziel, welches die beiden Verfahren dabei verfolgen, ist ein und dasselbe: Die verschuldete Person oder das verschuldete Unternehmen, soll von der Restschuld befreit werden, sobald das Verfahren zu Ende ist.

Das Regelinsolvenzverfahren

Bei diesem Insolvenzverfahren handelt es sich um ein äußerst umfangreiches und zudem zeitintensives Verfahren. Das liegt an der Tatsache, dass viele unterschiedliche Punkte durchleuchtet und behandelt werden. Die Verhandlung findet dabei immer vor dem Gericht statt, wobei es zuvor auch keine Pflicht zu dem Versuch einer außergerichtlichen Einigung gibt. Die Schuldner müssen sich also nicht zuvor mit den Gläubigern unterhalten, um eine Lösung zu finden.

Die Verbraucherinsolvenz

Zu nicht selbstständigen Menschen zählen unter anderem Arbeitnehmer, Arbeitslose und Rentner. Das Verfahren kann somit auch als private Insolvenz bezeichnet werden und gestaltet sich im Vergleich zu dem Regelinsolvenzverfahren, als deutlich einfacher und unkomplizierter. Nicht immer muss ein Verfahren vor dem Gericht erfolgen, was bei dem Regelinsolvenzverfahren jedoch Pflicht ist. Außerdem ist es bei dieser Art des Insolvenzverfahrens verpflichtend, zuvor eine außergerichtliche Einigung zu ersuchen. Das heißt, dass die Schuldner mit den Gläubigern sprechen und versuchen, sich ohne das Einmischen eines Gerichtes zu einigen. Gelingt diese Einigung nicht und kann nachgewiesen werden, dass es zu keiner zufriedenstellenden Lösung gekommen ist, kann es zu dem Verfahren kommen.

Worauf sollten Betroffene achten?

Bevor man Insolvenz anmeldet und sich auf das Verfahren einlässt, sollte man sich einige Tipps und Tricks zu Herzen nehmen. Der erste Tipp ist dabei, das Aufsuchen einer Schuldnerberatung. Ein spezialisierter Anwalt kann die Betroffenen dabei tatkräftig unterstützen. Der Anwalt kann dabei nicht nur vermitteln, sondern er hilft auch bei der Entscheidung, welches der beiden Verfahren vor dem Gericht beantragt wird. Von der Insolvenz in Eigenverwaltung sollte dabei in der Regel abgesehen werden. Die Unterstützung eines Anwalts ist in diesem Fall Gold wert. Alles in allem gilt, dass die Verbraucherinsolvenz sehr viel einfacher ist, als die Regelinsolvenz.

Weitere wichtige Informationen zur Insolvenz

Viele Menschen fragen sich, wie sie leben sollen, wenn ihre Schulden höher sind als ihr monatliches Einkommen. Natürlich lässt es der Gesetzgeber nicht zu, dass die Betroffenen unter dem Existenzminimum leben, und hat für diese Zwecke einen Insolvenz Freibetrag festgelegt. Dieser beläuft sich für einzelne Personen ohne Unterhaltsverpflichtungen auf 1139,99 Euro. Ist der Betroffene unterhaltspflichtig, erhöht sich der Freibetrag. Außerdem können die Betroffenen auch einen Kredit trotz Insolvenz aufnehmen, sollten dabei keine unangemessenen Verbindlichkeiten eingehen. Ohne einen zuverlässigen Bürgen werden die meisten Banken jedoch die Anfrage ablehnen. Insolvenzschuldner haben nun einmal das Bild, nicht ausreichend kreditwürdig zu sein.